Unser Schmerz ist unsere Kraft

Wer wir sind
Wir sind Gamze und Semiya. Unsere Väter wurden von Neonazis des NSU ermordet. In „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ erzählen wir unsere Geschichte. Auf dieser Webseite findet sich eine Zusammenstellung an ergänzendem Material, das die Geschehnisse dokumentiert.

Zeitungsschlagzeilen: „Döner-Morde“
Die Ermittler haben keine heiße Spur zu einem Täter, sie verdächtigen die Angehörigen,
suchen nach Kontakten in die organisierte Kriminalität und ins Drogenmilieu. Die Medien
berichten über die beispiellose Mordserie und schreiben dabei immer wieder von „Döner-
Morden“ oder dem „Döner-Mörder“ und „Döner-Killer“.
Zwei Beispiele, wie die Presse über die Morde berichtete:

Semiyas Familie

Selbstenttarnung des NSU
Nach einem Banküberfall ist die Polizei den Bankräubern auf der Spur. Die beiden Männer
begehen daraufhin laut Polizei Selbstmord, ihre Komplizin setzt eine Wohnung in Brand. Es stellt sich heraus, dass die drei für die Morde verantwortlich sind. Sie hatten eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet und sich „Nationalsozialistischer Untergrund“ genannt.

Gedenkstein für Mehmet Kubaşik in Dortmund
Gedenkveranstaltung in Berlin
Die Bundeskanzlerin, Politik und Gesellschaft reagieren mit Entsetzen auf die
Selbstenttarnung des NSU. Sie versprechen lückenlose Aufklärung. Am 23. Februar 2012
wird in Berlin mit einem Staatsakt an die Opfer gedacht. Ein Staatsakt ist die höchste
Würdigung in Deutschland. Gamze und Semiya halten dort eine Rede.
Bericht über die Gedenkveranstaltung des Deutschen Bundestages
Artikel auf der Seite des Bundespräsidenten mit Link zur Ansprache von Semiya
Angela Merkels Rede zum zentralen Gedenken für die Opfer der Neonazi-Terrorzelle

Vernichtung von Akten
Es kommt heraus, dass kurz nach der Selbstenttarnung des NSU im Bundesamt für Verfassungsschutz Akten gelöscht wurden. Und zwar Akten mit Bezug zum Rechtsterrorismus. Zum Beispiel Akten von Vertrauensleuten aus der rechten Szene, sogenannten V-Leuten, die dem Verfassungsschutz Informationen liefern.
Verschiedene Presseberichte über die Aktenvernichtung:

Semiya mit 6 Jahren mit ihrem Vater
Brief an die Bundeskanzlerin
In München läuft der NSU-Prozess, vor allem Gamze ist immer wieder beim Prozess in
München, stellt sich den Fragen, erträgt Provokationen der Angeklagten. Es ist anstrengend,
und die Aufklärung geht nicht richtig voran. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nicht
mehr geäußert. Gamze und ihre Familie sind enttäuscht und schreiben ihr einen Brief.
- Brief an Frau Merkel pdf 71 kB

Bericht erster Untersuchungsausschuss
Der erste NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags legt seinen Abschlussbericht vor. Die
Mitglieder haben die Arbeit der Sicherheitsbehörden und der Polizei untersucht. Und sie kommen zu dem Ergebnis: Die Behörden haben komplett versagt. Die Täter hätten viel
früher gefasst werden können und die Morde dadurch womöglich verhindert werden können.
Pressemitteilung des Bundestages, 22.08.2013
Die Medien berichten über den Abschlussbericht:
Deutsche Welle, 22.08.2013

Pressekonferenz der Angehörigen
Einen Tag vor dem Urteil im NSU-Prozess geben die Angehörigen und ihre Anwälte eine Pressekonferenz.
Sie teilen der Öffentlichkeit mit, dass sie mit dem Verlauf des Prozesses unzufrieden sind.
Sie kritisieren: Hintermänner und Strukturen der rechten Szene wurden nicht aufgeklärt. Das
Versprechen der Bundeskanzlerin, alles vollständig aufzuklären, wurde nicht eingelöst.

Semiya hält beim Gedenken in Dortmund eine Rede

Ali Şirin und Gamze bei einem Schultermin